Tochter

Ich wurde in Maroua (Kamerun) als viertes von acht Kindern von Berthe und Francois Djeumo geboren. Mein Vater, Francois Djeumo, war bis 1986 Chief Officer des öffentlichen Energieversorgers von vielen Städten Kameruns: Yaoundé, Bafang, Douala, Maroua, Nkongsamba, Ngaoundéré, Ebolowa, Bafoussam. Von 1987 bis 2008 baute und leitete er mit meiner Mutter Berthe Hotels in Westkamerun. Beide waren viele Jahre lang sehr aktiv in der katholischen Kirche in Kamerun. Francois Djeumo als Vorstandsmitglied des Pastoralrates der Diözese Bafoussam, Berthe Djeumo als Vorsitzende des Pfarrgemeinderates in Kamkop Bafoussam und als Vize-Präsidentin der katholischen Frauengemeinschaft in Kamerun. 2009 mussten meine Eltern aus gesundheitlichen Gründen Kamerun verlassen. Sie leben jetzt mit meinen Geschwistern in den USA. In Kamerun habe ich gemeinsam mit meinen vier Schwestern und drei Brüdern eine schöne Kindheit verbracht. Später haben wir unterschiedliche Wege eingeschlagen (Dallas, Houston, New York City, Paris, Freiburg, Duala und Bafoussam in Kamerun), aber uns verbindet noch sehr viel. Werte wie Gastfreundschaft und Weltoffenheit wurden und werden auch heute noch in unserer Familie gelebt. Wir sind eine christliche und internationale Familie.

Lernen 

Bis zum Abitur besuchte ich Grundschule und Gymnasium in Kamerun. Danach studierte ich ein Jahr lang Germanistik an der Universität von Yaoundé in Kamerun. Im gleichen Jahr kam ich nach der Sommerpause im September 1992 mit 17 Jahren nach Freiburg. Nachdem ich ein Jahr lang die deutsche Sprache in Freiburg erlernt hatte, studierte ich Germanistik, Anglistik, Romanistik und Sprachwissenschaft an der Albert-Ludwigs-Universität. Die Auseinandersetzung mit den Sprachen, mit der Literatur aber auch mit dem Thema Interkulturalität hat mir viel Spaß gemacht. Nach Abschluss meines Magisterstudiums begann ich meine Promotion und arbeitete parallel als Gastdozentin an der Universität von Dschang in Kamerun, dann in der Wirtschaft im Bereich Tourismus und einige Jahre später wieder an der Freiburger Universität. 2008 erhielt ich meinen Doktortitel an der Universität Freiburg im Bereich Interkultureller Germanistik. Da die Wirtschaft mir auch am Herzen lag, habe ich Weiterbildungen in den Bereichen Internationales Projektmanagement und Betriebswirtschaft für Führungskräfte absolviert. Meine Studienzeit war nicht einfach. Studium und Lebensunterhalt musste ich mir hart erarbeiten. Es war eine herausfordernde Phase in meinem Leben, aber es hat sich gelohnt. Ich habe die Stadt Freiburg als Universitätsstadt sehr genossen.

Ehe und Familie

In Freiburg lernte ich meinen Ehemann Louis Bernard Nantcha kennen. ... weiterlesenWir haben im November 1995 standesamtlich in Freiburg-Kappel geheiratet. In April 1996 heirateten wir kirchlich in Kamerun. Mein Mann hat in Freiburg und Furtwangen studiert. Er ist Wirtschaftsinformatiker und arbeitet als SAP Senior Berater. Uns beiden sind Kinder und Familie sehr wichtig. Wir haben zwei Söhne und eine Tochter, die in Freiburg geboren und aufwachsen sind. Meine Kinder gehen hier in Freiburg zur Schule. Als Mutter sind mir die Sorgen und Schwierigkeiten von Eltern im Schulalltag wohl bekannt.

Christliche Werte und familiärer Zusammenhalt sind uns sehr wichtig. Meine Kinder verbringen deshalb oft ihre Sommerferien mit den Großeltern in Houston oder in Kamerun. Das Thema Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Ehrenamt ist unser täglich Brot. Dabei kommt es nicht nur auf eine sehr gute Organisation an, sondern auch auf viel Kommunikationsarbeit und eine gute Haushaltsführung an. Als berufstätige und sozial engagierte Eltern setzen wir uns mit Fragen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf täglich auseinander, da unsere Eltern nicht vor Ort sind und uns nicht bei der Betreuung der Kinder unterstützen können. Wir sind deshalb auf das Angebot der Stadt, unser soziales Netzwerk und auf Betreuung zu Hause angewiesen.

In unserer Freizeit sind wir oft unterwegs. Wir lieben es zu reisen und gemeinsam, neue Städte und Orte zu entdecken. Wir wandern gerne in Freiburg und im Schwarzwald. Wir singen gerne, lesen gerne! Wir feiern auch gerne. Wir kochen gerne, auch international! Spielabende sind bei uns zur Tradition geworden. Wir mögen lateinamerikanische, afrikanische, amerikanische und klassische Musik. Denn ein Leben ohne Musik – davon sind wir überzeugt – gleicht fast einem Trauerspiel!

Beruf 

Von 2001 bis 2005 arbeitete ich als Gastdozentin für Germanistik an der Universität Dschang in Kamerun. Von 2005 bis 2007 sammelte ich Erfahrungen in der Privatwirtschaft und arbeitete in der Touristikbranche bei L’TUR in Freiburg und als Yield Managerin bei FTI in Basel. Danach stieg ich wieder in die Universitätswelt ein und baute als Koordinatorin und Geschäftsführerin im Rahmen der Exzellenz-Initiative die Internationale Graduiertenakademie (IGA) mit dem damaligen Direktor der IGA, Prof. Schiewer, und meinem Team auf. Von 2009 bis 2012 arbeitete ich als Projektkoordinatorin in der Unternehmensberatung meines Mannes im Bereich SAP. Seit Ende 2013 bin ich im Bereich der Stärkung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und afrikanischen Ländern durch das Afrika-Wirtschaftsforum AIC (Africa Investment Consulting) tätig. Schwerpunkt meiner Arbeit ist derzeit die Förderung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und den fünf frankophonen afrikanischen Ländern. Dabei kooperiere ich eng [I1]mit den Botschaften und mit den zuständigen Bundesministerien, der DIHK, den IHK’s und weiteren Institutionen. Im Rahmen von Deutsch-Afrikanischen Wirtschaftskreisen werden deutschen Unternehmen die Wirtschaftspotenziale der afrikanischen Länder vermittelt. Wir organisieren Deutsch-Afrikanische Wirtschaftsreise und bieten deutschen Unternehmen einen einfachen Markteinstieg mit kompetenter Begleitung. Mir geht es dabei darum, deutschen Unternehmen die Tür zum afrikanischen Markt zu öffnen, denn ich bin der festen Überzeugung, dass der afrikanische Kontinent ein Zukunftsmarkt für den deutschen Mittelstand sein kann. Dieser Markt sollte nicht den USA, China und und anderen ausländischen Investoren überlassen werden. Als Expertin im Bereich Interkulturalität und als Unternehmensberaterin bin ich häufig mit deutschen Firmen unterwegs, die Afrika als Wirtschaftsraum kennenlernen und sich dort engagieren wollen.

Während meiner beruflichen Laufbahn habe ich gelernt, dass mit Kreativität, Ausdauer, Beharrlichkeit, Überzeugungskraft und Kommunikation auch in schwierigen Situationen gute Ergebnissen erzielt werden können.

Vorpolitisches Engagement 

Während meiner Kindheit und Jugend lebten meine Eltern vor, was es heißt, sich ehrenamtlich zu engagieren. Als Jugendliche bekam ich auch durch meine Aktivität im Kirchenchor Gelegenheit, den Jugendsonntagsgottesdienst meiner Pfarrei mitzugestalten. Zusätzlich war ich in kirchlichen Jugendgruppen, im Stadtteil, in Arbeitskreisen des örtlichen staatlichen Radios an Schulen in Kamerun engagiert. Als Studentin gehörte ich dem Gospel-Chor der Universität Freiburg an und engagierte mich im Kamerunischen Verein, in meiner Pfarrei als Lektorin, als Leiterin der Gruppe „Emmanuel“ und in Studentischen Organisationen. 2001 gründete ich gemeinsam mit Freunden den IDAV e.V. (Interkultureller Deutsch-Afrikanischen Verein), um Brücken zwischen Deutschen und Afrikanern zu bauen. Wir organisierten jeden Monat einen Deutsch-Afrikanischen Kulturabend mit einem afrikanischen Land als Schwerpunkt, Deutsch-Afrikanische Tage sowie ein Deutsch-Afrikanisches Kolloquium an der Universität Freiburg. Als Mitarbeiterin der Universität setzte ich mich für die Belange der Studierenden und Doktoranden als Landeskoordinatorin von Thesis Baden-Württemberg ein und war ebenfalls aktiv in wissenschaftlichen Organisationen wie der GIG (Gesellschaft für Interkulturelle Germanistik) oder der Stube Baden-Württemberg. Nach meiner Promotion übernahm ich weiterhin Verantwortung in Eltern-, Vereins- und Kirchenarbeitskreisen. Einige meiner Ehrenämter finden Sie nachfolgend aufgelistet:

Ehrenämter in Freiburg

  • Vorsitzende des Ortsauschusses der Elly-Heuss-Knapp-Stiftung /Müttergenesungswerk Gründerin der Freiburger Initiative "Wir gestalten Zukunft"
  • Freiburger Zukunftswerkstatt „Mehr Frauen in Führungsposition“
  • Autorin des Weltgebetstags der Frauen 2010
  • Gründerin des Interkulturellen Deutsch-Afrikanischen-Vereins (IDAV e.V. Freiburg)
  • Mitglied des Freiburger Vereins In Via
  • Elternarbeit
  • Förderverein Paul Hindemith Schule
  • Gebetsgruppe (Freiburg, St Johann)
  • Lektorin der Pfarrei Peter und Paul in Freiburg (Bis 2013)
  • Sportvereine (Eintracht, Rhodia)

Ehrenämter in Baden-Württemberg

  • Landeskoordinatorin des Netzwerks Integration der CDU Baden-Württemberg
  • Landeskoordinatorin des Migrantinnennetzwerks der FU Baden-Württemberg
  • Landesvorstandsmitglied der CDU Baden-Württemberg (bis 2013)
  • Landesvorstandsmitglied der Frauen Union Baden-Württemberg (bis 2013)
  • Regionalleiterin von Thesis Baden-Württemberg (bis 2012)
  • Ehrenmitglied des Vereins Lebendiges Dorf Kamerun Ludwigsburg

Bundesweite Ehrenämter

  • Koordinatorin des Bundesnetzwerkes TANG – The African Network of Germany
  • Gründerin des Bundesnetzwerkes TANG – The African Network of Germany
  • Hauptpreisträgerin des Helene-Weber-Preises Deutschlands 2011[I3]
  • Mitglied des Helene Weber-Kollegs
  • Beirätin des deutsch-tunesischen Transformationsprojektes der Bundesregierung „Demokratie braucht Frauen!“
  • Mitglied des Bundesnetzwerks Integration der CDU Deutschland Berlin
  • Mitglied des Netzwerks Integration der Konrad-Adenauer-Stiftung Deutschland Berlin
  • Schirmherrin des Berliner Afrika-Festivals
  • SOS Kinderdörfer

Stadtrat 

Im Jahr 2009 wurde ich als erste afrodeutsche CDU-Stadträtin in Freiburg und bundesweit gewählt. Von 2009 bis 2012 war ich für die Bereichen Bildung und Integration als Bildungs- und Integrationspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion tätig. Die Zusammenarbeit mit allen Akteuren in diesen Bereichen (77 Schulen, Schulleiter, Elternvertreter, Eltern, Schüler und Schülerinnen) aber auch Bildungsakteuren und Bildungspolitikern war mir wichtig. Ich war der festen Überzeugung, dass wir nur gemeinsam gleiche Bildungschancen für alle erreichen können, trotz Differenzen. Die Erhöhung der Qualität von Ganztagsschulen, mehr Bildungserfolg für Kinder mit Migrationshintergrund und aus sozial schwachen Familien waren mir ein Herzensanliegen. Auch für das Angebot warmer Mahlzeiten für alle Ganztagsschülerinnen und -schüler sowie für die Qualität des Mittagsessen habe ich mich eingesetzt. Die Themen Sportunterricht im Berufszentrum Bissierstrasse und Sanierung der Schulen habe ich ebenfalls vorangetrieben. Als Integrationspolitische Sprecherin setzte ich mich besonders für die Stärkung der politischen Partizipation von Migranten, für die Verbesserung der Sprachkurse, für Mütter mit Kleinkindern, für die Finanzierung der InZeitung und für die Einführung des Integrationspreises der Stadt Freiburg ein. Die Zusammenarbeit mit dem Migrantenbeirat und anderen Migrantenorganisationen in Freiburg ist für mich von großer Bedeutung.

Die Aufgabe als Stadträtin empfinde ich als eine große Ehre. Ich versuche jeden Tag, die Interessen der Freiburger und Freiburgerinnen so gut wie möglich zu vertreten und Entscheidungen im Stadtrat zu treffen, die unsere Stadt voranbringen. Es geht mir um die Verbesserung der Lebensqualität der Freiburger und Freiburgerinnen. 2014 steht unsere Stadt Freiburg in vielerlei Hinsicht besser da als noch vor fünf Jahren. Zugleich gibt es jedoch noch viel zu tun. Ich will meine Erfahrung und meine Kraft weiter dafür einsetzen, dass die Menschen in unserer Stadt ihre Ideen und Ziele verwirklichen können.

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Im Jahr 2008 trat ich in die CDU ein. Nach den Stadtratswahlen im darauffolgenden Jahr wurde ich auf Vorschlag der Frauen-Union Südbaden in den Landesvorstand der Frauen-Union Baden-Württemberg gewählt. Im gleichen Jahr wurde ich auf Vorschlag der Frauen Union Freiburg, Südbaden, Baden-Württemberg und der CDU Südbaden in den Landesvorstand der CDU Baden-Württemberg gewählt. Von 2009 bis 2013 war ich als Landesvorstandsmitglied der CDU Baden-Württemberg und der FU Baden-Württemberg und als Expertin für die Bereiche Integration, Bildung, Gleichstellungspolitik und Familie im Einsatz. 2011 wurde ich für mein politisches und ehrenamtliches Engagement mit dem Helene Weber-Preis ausgezeichnet. Seit 2012 bin ich im Helene Weber-Kolleg Deutschlands mit anderen Preisträgerinnen bundesweit und international aktiv. Wir kämpfen für eine breitere Repräsentanz von Frauen in der Kommunalpolitik. 2012 ließ ich mich mit zwei anderen CDU-Politikern als CDU-Bundestagskandidatin für den Wahlkreis Freiburg aufstellen, wurde jedoch nicht nominiert. Das war eine schmerzhafte und zugleich bereichernde Erfahrung für mich. Ich habe daraus die Lehre gezogen, dass Politik, so wie das wirkliche Leben, aus Niederlagen und Erfolgen besteht. Ich lernte aber auch, dass es wichtig ist, trotz großer Enttäuschungen und Misserfolge den eigenen Weg weiterzugehen und für die eigenen Überzeugungen einzustehen.

Im Jahr 2012 habe ich gemeinsam mit anderen Parteikollegen und -kolleginnen mit Migrationshintergrund das CDU-Bundesnetzwerk Integration gegründet. Derzeit bauen wir entsprechende Landesnetzwerke auf. Wir gestalten inhaltlich und formal die Integrationspolitik der CDU und der Bundesländer aktiv mit und setzen uns für eine breitere Repräsentanz von Menschen mit Migrationshintergrund in der Politik und innerhalb der Partei ein.

CDU – das heißt für mich, christliche Werte wie Gerechtigkeit, Solidarität, Freiheit, die Unantastbarkeit der Menschenwürde unabhängig von Herkunft, Religion, Geschlecht, Behinderung, Hautfarbe zu bewahren. Es bedeutet ferner, mit diesen Werten und Überzeugungen gemeinsam die Zukunft unserer Stadt Freiburg, unseres Bundeslandes Baden-Württemberg und Deutschlands zu gestalten. Dies erfordert Weltoffenheit, Toleranz aber auch gleiche Partizipationsmöglichkeiten von Männern und Frauen, von Menschen mit Migrationshintergrund und Einheimischen, von Jung und Alt in allen Bereichen. Es bedarf der Akzeptanz des Andersseins. Dafür stehe ich, denn Zukunft geht nur gemeinsam!